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Arbeits­gemeinschaft südwestdeutscher Koleopterologen

Gründung
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Es begann alles am 28. Mai 1958 bei der ersten von Adolf Horion angeregten mehrtägigen Exkursion württembergischer Käferfreunde nach Oberstotzingen. Dort, bei Paul Dolderer, trafen sich neben Monsignore Horion (Überlingen), Dr. Harald Buck (Stuttgart), Dr. Karl Wilhelm Harde (Stuttgart), Dr. Werner Heiligmann (Welzheim), Hans Kostenbader (Stuttgart), Dr. Rudolf Köstlin (Kornwestheim), Walter Liebmann (Oberkochen), Ursula Pfizer (Ulm ) und Dr. Edmund Ulbrich (Neuhütten). Sie gründeten die Arbeitsgemeinschaft württembergischer Koleopterologen. Wie aus einer „Kleinen Mitteilung“ von Dr. Köstlin in den „Jahresheften des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg“ (1959) hervorgeht, wurden damals folgende Aufgaben als dringlich herausgestellt:

• Erforschung der württembergischen Käferfauna

• Determinatorische Arbeitsteilung

• Herausgabe eines neuen württembergischen Käferverzeichnisses

• Durchführung einer jährlich stattfindenden Gemeinschaftsexkursion

• Abhaltung einer jährlichen Koleopterologen-Tagung

Im Jahr 1968 wurde aus der „württembergischen“ die Arbeitsgemeinschaft südwestdeutscher Koleopterologen (ASK).

Die Arbeitsgemeinschaft bestand seit seiner Gründung aus einer zwanglos agierenden Gruppe Gleichgesinnter. Bei der Hauptversammlung des Entomologischen Vereins im März 2014 wurde die Sektionsgründung beantragt und einstimmig beschlossen. Die Arbeitsgemeinschaft erhielt dadurch den Status einer gemeinnützigen Körperschaft.

Exkursionen
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Wie 1958 beschlossen finden bis heute alljährlich zwei Exkursionen mit wechselnden Zielen in wenig besammelten Gebieten Baden-Württembergs statt. Die Untersuchungsergebnisse werden in den Mitteilungen des Entomologischen Vereins Stuttgart publiziert. 2019 fand bereits die 61. Exkursion zur Erforschung der Käferfauna Baden-Württembergs statt. Weiterführende Informationen bei “Exkursionen”.

Mitteilungen des Entomologischen Vereins
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Um die Exkursionsergebnisse und sonstige entomologisch relevante Themen veröffentlichen zu können wurden 1966 die „Mitteilungen“ ins Leben gerufen. Die ersten Hefte bestanden aus einzeln kopierten, handgeklammerten Din A4-Blättern. Später konnte der immer günstiger werdende Digital- und Offsetdruck – zuerst nur einfarbig, ab 2010 durchgängig farbig – für die Herstellung der Mitteilungshefte genutzt werden. Diese beinhalten überwiegend Beiträge mit faunistischer, taxonomischer, ökologischer und biologischer Thematik, sowie die Vereinsnachrichten. Das jährlich in den „Mitteilungen“ abgedruckte „Protokoll der Hauptversammlung“ und der unregelmäßig erscheinende „Jahresbericht der Arbeitsgemeinschaft südwestdeutscher Koleopterologen“ bietet einen kontinuierlichen Einblick in die Aktivitäten des Vereins bzw. der Arbeitsgemeinschaft.

Publikationen
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Neben den vielen Fachartikeln erschien 1969 die erste faunistische Bearbeitung einer Käferfamilie von H. U. Kostenbader, die Coccinellidae (Marienkäfer). Es folgten 1970 und 1971 die coprophagen Scarabaeidae (Dung- und Mistkäfer) von W. Heiligmann, 1968 die Scolytidae (Borkenkäfer) von H. J. Kamp, sowie 1977 die Aaskäfer (Silphidae) von J. Frank. 1979 konnten wir unseren östlichen Nachbarn hilfreich unter die Arme greifen: Die Wasserkäfer von Augsburg erschienen in unseren Mitteilungen. Weitere Faunistiken folgten, besonders zu erwähnen die umfangreiche Publikation über die Apionidae (Spitzmausrüssler) in drei Teilen von R. Köstlin (1973, 1985, 1990). Später kam eine sehr ausführliche Arbeit über die Baumschwämme fressenden Ciidae Baden-Württembergs heraus (Reibnitz 1999). Hier werden nicht nur die jeweiligen Funde behandelt, sondern auch intensiv die Biologie, die Entwicklung und der Lebensraum dieser wenig populären Käferfamilie besprochen.

Auf Grundlage der zahlreich vorliegenden Funddaten begann 1992 unter der Federführung von Jürgen Frank und der tatkräftigen Mitarbeit von Eberhard Konzelmann die Bestandsaufnahme der Käferfauna Baden-Württembergs. 2002 erschienen in der Buchreihe „Fachdienst Naturschutz“ der Landesanstalt für Umweltschutz „Die Käfer Baden-Württembergs 1950–2000“, die endlich das alte und längst überholte Verzeichnis von v. d. Trappen aus den 1930er Jahren ersetzte und uns eine bessere „qualitative“ Einstufung unserer Sammelergebnisse ermöglichte.

2002 erschien in der Reihe „Grundlagenforschung zum Artenschutzprogramm Baden-Württembergs“ eine erste Bearbeitung über Käfer, die Pracht- und Hirschkäfer von F. Brechtel und H. Kostenbader. In den Bänden dieser Reihe wird nicht nur das Vorkommen einer Art, sondern der gesamte aktuelle Wissensstand der jeweils behandelten Gruppe beschrieben. In ähnlich kompletter Bearbeitung, aber ohne Verbreitungskarten, folgten 2010 die Rüsselkäfer (Curculionidea) und 2018 die Blattkäfer (Chrysomelidae) von J. Rheinheimer u. M. Hassler. Die Laufkäfer (Carabidae) von J. Trautner erschienen 2017 in zwei Bänden.

Da gedrucktes oft sehr schnell veraltet, programmierte Ortwin Bleich (Bad Salzdetfurth) in jüngster Zeit eine datenbankgestützte, für jedermann einsehbare Internet-Webseite mit dem Namen.

Verzeichnis und Verbreitungsatlas der Käfer Deutschlands
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Informationen dazu siehe oben “Deutschlandverzeichnis”. Neben den Mitbegründern S. Gürlich & F. Köhler arbeiten zahlreiche Koleopterologen aus ganz Deutschland aktiv mit, um laufend neue Daten einzupflegen und die Käferfauna nomenklatorisch auf dem aktuellsten Stand zu halten. Es führt das 1998 von F. Köhler und B. Klausnitzer herausgegebene gedruckte „Verzeichnis der Käfer Deutschlands“ fort und ist für den ernsthaft arbeitenden Koleopterologen unentbehrlich.

Als Grundlage für Baden-Württemberg dienten dabei die zahlreichen Datensätze des Käferverzeichnisses von F. Frank und E. Konzelmann und die später in der ASK-Datenbank abgelegten Funde der Arbeitsgemeinschaft. Besonders hervorzuheben ist hierbei die immense Arbeitsleistung von H. U. Kostenbader, der neben seiner Sammlung die in zahlreichen Zeitschriften verstreuten Publikationen über baden-württembergische Käfer in einer Datenbank erfasste. Die entsprechenden Artikel wurden von ihm besorgt bzw. kopiert, archiviert und in der Vereinsbibliothek im SMNS hinterlegt, wo sie Interessierten zur Verfügung stehen.

Höhlenexkursionen
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1979 entwickelte sich für einige unter uns ein Hobby innerhalb des Hobbys mit ersten Höhlenexkursionen auf die Alb und in die Chartreuse, einem voralpinen Gebirgsmassiv aus Kalkstein in den nördlichen französischen Alpen. Was hier ganz privat im kleinen Kreis begann, wurde später eine feste Einrichtung. Bis 2019 wurden bereits über 40 Höhlen u. a. in Italien, Frankreich, Slowenien und Kroatien erforscht.

Deutsches Koleopterologentreffen
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Die erste Versammlung der Arbeitsgemeinschaft, „Wintertagung“ genannt, fand im Januar 1959 unter Leitung von Dr. Köstlin statt. Im Schloss Rosenstein des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart (SMNS) fanden sich zehn Koleopterologen ein. Die Leitung der ARGE wurde damals zwei Mitgliedern des Entomologischen Vereins Stuttgart übertragen. Ein Amateur-Koleopterologe und ein Vertreter des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart (SMNS) sollten sicherstellen, dass eine große Bandbreite von Interessen vertreten wird. Diese Struktur wurde bis heute beibehalten.

Leitung der Tagung und Arbeitsgemeinschaft

1958–1982: Dr. Rudolf Köstlin, praktischer Arzt und Dr. Karl-Wilhelm Harde, Leiter der Entomologischen Abteilung im SMNS, 1982 gestorben.

1982–1987: Dr. Rudolf Köstlin, gestorben 1987 und Dr. Wolfgang Schawaller, Entomologische Abteilung im SMNS.

1987–2018: Jürgen Frank (Waiblingen-Beinstein), Grafik-Designer und Dr. Wolfgang Schawaller.

2019 bis heute Dr. Till Tolasch, UNI Hohenheim und Dr. Arnault Faille, Entomologische Abteilung im SMNS.

In den Jahren nach 1959 wurde das Treffen in der Außenstelle des Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart, am Arsenalplatz in Ludwigsburg abgehalten. In dieser Zeit, Anfang der 60er Jahre, kamen u. a. die Schweizer Kollegen H. Hugentobler, Dr. Viktor Allensbach und Arthur Spälti sowie Dr. G. A. Lohse aus Hamburg hinzu. Damals begeisterte Dr. Freude Dr. Harde und Dr. Lohse für seine Idee, das Bestimmungswerk „Die Käfer Mitteleuropas“ in Angriff zu nehmen. Heute wissen wir, dass mit Erscheinen dieses Standardwerkes die Käferkunde in Mitteleuropa auf eine neue, allseits akzeptierte Basis gestellt wurde.

Die Besucherzahl der Wintertagung stieg in den 70er Jahren rapide an. Dies führte dazu, dass als neue Tagungsstätte das Hotel „Schlosshof“ in Ludwigsburg gewählt wurde. Später mussten dann für die Vorträge zusätzlich noch die Räume des Kulturzentrums der Stadt Ludwigsburg in Anspruch genommen werden.

Die Wintertagung zieht immer mehr Besucher an und es treffen sich hier nun auch die Mitarbeiter des unter dem Kürzel „FHL“ bekannten Bestimmungswerks. Auch nach dem Tod von Dr. Harde 1982 bleibt Dr. G. A. Lohse der Magnet in der fachlichen Organisation der Tagung, mittlerweile tatkräftig unterstützt von Hardes Nachfolger Dr. Wolfgang Schawaller.

Das Tagungsfoto von 1984 liegt leider nur als Silhouettenskizze im Vereinsarchiv vor. Es zeigt 92 Teilnehmer, davon 82 mit den Namen versehen. Die weiterhin steigende Teilnehmerzahl, verbunden mit der problematischen Unterbringungssituation und oft winterlichen Verhältnissen bei der An- und Abreise rief nach einer Veränderung, vor allem als bei der Wintertagung 1986 erstmals auch Besucher aus der (noch) DDR anreisen konnten.

Im Oktober 1986 fand die Tagung deshalb erstmals in Beutelsbach im Remstal statt, idyllisch mitten in den Weinbergen gelegen, ohne winterliche Beeinträchtigungen, dafür aber immer mal wieder mit spätsommerlichen Terassenabenden im Freien. Wir zählten damals ca. 120 Teilnehmer. 1987 hat uns dann mit Dr. Köstlin, der letzte unserer Gründerväter, verlassen. Er hatte den „Umzug“ nach Beutelsbach zwar noch „genehmigt“, an der Tagung konnte er aber schon nicht mehr teilnehmen. Er hatte aber noch die große Freude, seinen langjährigen Brieffreund in Rüsselkäferdingen, Lothar Dieckmann, persönlich kennen zu lernen und beherbergen zu können.

Die Tagung in Beutelsbach hatte 1995 bereits rund 170 Teilnehmer. Mit E. Ulbrich, G. A. Lohse, H. Schaeflein und K. Witzgall mussten wir uns gleich von vier alten Mitstreitern verabschieden. 2001 waren bereits über 200 Besucher anwesend.

Das Anfangs „Wintertagung“ genannte Treffen hieß später „Südwestdeutscher Koleopterologentag“ und wurde auf Grund der starken Resonaz 1991 das „Deutsches Koleopterologentreffen“.

In der langen, von zahlreichen Aktivitäten geprägten Zeit weilten in Beutelsbach viele prominente Besucher, von denen hier beispielhaft einige der inzwischen verstorbenen Kollegen genannt sein sollen: Georg Benick (Lübeck), Claus Blumenthal (Bonn), Siegfried Cymorek (Krefeld), Alfons M. J. Evers (Krefeld), Georg Frey (München), Karl Wilhelm Harde (Gerlingen), Adolf Horion (Überlingen), Ernst Jünger (Wilflingen), Zolan Kaszab (Budapest), Klaus Koch (Düsseldorf), Gustav Adolf Lohse (Hamburg), Wilhelm Lucht (Langen), Alexander v. Peez (Brixen), Hans Pochon (Bern), Hans Schaeflein (Neutraubing), Hermann Vogt (Darmstadt), Karl H. Wellschmied (München), Walter Wittmer (Basel), Konrad Witzgall (Dachau).

Zur Erforschung der Käferfauna von Baden-Württemberg findet seit 1958 jedes Jahr eine Gemeinschaftsexkursion der Arbeitsgemeinschaft südwestdeutscher Koleopterologen (ASK) statt. Sie führt in der Regel in Gebiete, aus denen nur wenige Informationen über Käfer vorliegen. Genaue Informationen sind bei den Veranstaltungen abrufbar.

Die Ergebnisse werden in den Mitteilungen des Entomologischen Vereins veröffentlicht. Die in einer Excell-Tabelle oder Datenbank erfassten Funddaten fließen in das Verzeichnis der Käfer Deutschlands online (www.colcat.de) ein und erweitern kontinuierlich das Wissen über Vorkommen und Verbreitung der Käfer. Neben der dort angezeigten Punktverbreitungskarte von Deutschland gibt es noch die regionalen Karten der einzelnen Bundesländer (siehe oben Deutschlandverzeichnis) und einen europaweiten Überblick (www.coleoweb.de).

Inzwischen hat die ASK über 60 Exkursionen ausgerichtet, die auf der Karte unten als Messtischblätter mit Exkursionsjahr eingezeichnet sind. In den gelb eingefärbten 50tausender-Quadranten sind noch keine Untersuchungen erfolgt. Für die Ausrichtung von Exkursionen in diese Gebiete können sich Interessierte als Ausrichter melden.

Das Exkursionsverzeichnis als RTF-Datei downloaden

Die Exkursionskarte als DINA4 GIF-Datei downloaden

Exkursionskarte
Exkursionskarte

Verzeichnis und Verbreitungsatlas der Käfer Deutschlands

Mit der Online-Version Verzeichnis der Käfer Deutschlands unter www.colkat.de werden Statusänderungen, ergänzende Meldungen und Korrekturen zeitnah allen Interessierten zugänglich gemacht. Das Verzeichnis ist eine Online-Datenbank, die dezentral von den jeweiligen Regionalbearbeitern in Fauna Europaea unter www.coleoweb.de gewartet und damit immer aktuell gehalten wird.

Für Besucher ist jederzeit ohne Anmeldung der aktuelle Datenstand auf den Verbreitungskarten einsehbar. Man kann von der Deutschlandkarte zur Regionalkarte Bden-Württemberg wechseln (Zahnrad-Buttoon oben) oder in Fauna Europaea sogar weltweit Fundereignisse nachschlagen. Zusätzlich werden weitere Informationen und zahlreiche Käferfotos

Besucher haben die Möglichkeit, selbst Funde direkt in die Online-Datenbank www.coleoweb.de einzugeben. Dafür muss man sich allerdings anmelden. Der Fundpunkt erscheint nach der Dateneingabe sofort auf der Karte. Neufunde werden vom jeweiligen Regionalbearbeiter geprüft.

ASK-karten
Links die Deutschlandkarte, rechts die von Baden-Württemberg

Vom Verzeichnis der Käfer Baden-Württembergs zum Deutschlandverzeichnis online

Artenverzeichnis der Käfer Baden-Württembergs

Das älteste erwähnenswerte Käferverzeichnis stammt von v. Roser (1838) und enthält 2.071 Arten. Keller (1864) übernahm diese Meldungen und veröffentlichte insgesamt 2.243 Arten. Außer dem veröffentlichten u. a. L. H. Fischer (1843) und F. Hartmann (1897-1926) Zusammenfassungen über die badische Käferfauna. Daneben gibt es noch diverse Oberamtsbeschreibungen, in denen auch Käfer aufgeführt sind. Die umfangreichste stammt aus dem Jahr 1897 und meldet für das Oberamt Ulm 1.810 Arten, die hauptsächlich aus der Sammlung Hüeber stammen. Im Jahre 1929 publizierte A. v. d. Trappen die letzte umfassende Publikation über die Käferfauna von Württemberg. Darin waren 3.800 Käferarten verzeichnet.

Als Basis für die jetzigen, weitergehenden Untersuchungen diente HORION (1951) mit seinem Verzeichnis der Käfer Mitteleuropas. Die dort angegebenen Meldungen sind den damals noch selbständigen Bundesländern Württemberg und Baden zugeordnet. Außer diesen Angaben sind auch teilweise Meldungen aus den später erschienenen Faunistikbänden Horions (1941 ff.) aufgenommen worden.

Der Großteil der Daten sind Meldungen zum Verzeichnis der Käfer Baden-Württembergs (Frank & Konzelmann, 2002), dem bei der Drucklegung mehr als 116.000 Einzelmeldungen auf Datenträger zugrunde lagen. Zielsetzung und Methodik dieser Arbeit möchten wir hier kurz erläutern:

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Koleopterologen, die im Jahre 1958 ins Leben gerufen wurde, haben sich 1992 vorgenommen, eine aktuelle Bestandsaufnahme der Käfer Baden-Württembergs zu erarbeiten, die vornehmlich auf den Nachweisen zwischen 1950 und 1997 basiert. Da bei einem Käferverzeichnis der Gesamtüberblick und die Vollständigkeit des Arteninventars im Vordergrund stehen, wurden die Fundortangaben auf ein Minimum, d.h. auf die Anzahl der Fundorte einer bestimmten Art in den neun festgelegten Regionen des Landes reduziert. Jeder Mitarbeiter konnte Tiere melden, die seit 1950 von ihm selbst gesammelt wurden und sich in seiner Sammlung befinden. Tiere von Sammlern, die nicht zu den Mitarbeitern dieses Verzeichnisses gehören und die sich ebenfalls in seiner Sammlung befinden, konnten nur dann gemeldet werden, wenn sichergestellt war, dass kein weiteres Tier vom gleichen Fundort in der Sammlung eines anderen Bearbeiters vorhanden war. Die veröffentlichten Ergebnisse von 27 Gemeinschaftsexkursionen der Arbeitsgemeinschaft südwestdeutscher Koleopterologen wurden zentral erfasst und erscheinen nicht in den Meldungen der einzelnen Mitarbeiter, um Doppelerfassungen weitgehend auszuschließen.

Literaturangaben ab 1950 sind nur insoweit berücksichtigt, als die Autoren nicht Mitarbeiter zu diesem Käferverzeichnis sind, da solche Meldungen bereits im Rahmen der normalen Meldung erfasst worden sind. Da die Literaturerfassung durch Herrn Kostenbader noch nicht abgeschlossen ist, sind in der 1. Auflage des Verzeichnisses nur die Autoren mit den Anfangsbuchstaben A-G komplett berücksichtigt. Das Staatliche Museum für Naturkunde in Stuttgart stellte wichtige Daten anhand einer Fehlliste mit Stand vom 01.01.1996 zur Verfügung. In einer Datenbank in MS-DOS auf dBASE (DBF-Format) sind die Einzeldaten gespeichert, so dass jede Meldung bis hin zum Sammler zurückverfolgt werden kann.

Das Bundesland Baden-Württemberg wird in neun Regionen unterteilt, die mit dem Hinweis auf den jeweiligen Landesteil versehen sind, um Vergleiche gegenüber dem Horion-Verzeichnis zu ermöglichen. Die Grenzziehung zwischen den Landesteilen Baden und Württemberg erfolgt nach dem „Amtlichen Gemeindeverzeichnis Baden-Württemberg“ (1964), wie es von Buck (1984) für die Abgrenzung der Faunengebiete Baden (Ba) und Württemberg (Wt) im Sinne von Horion (1951) benutzt wurde. Folgende regionale Gliederung wurde gewählt: Rheinebene (Ba), Neckarland (Ba+Wt), Schwäbische Alb (Ba+Wt), Oberschwaben (Ba+Wt), S = Schwarzwald (Ba+Wt).

Die Zuverlässigkeit der Bestimmungen konnte selbstverständlich nicht in jedem einzelnen Fall überprüft werden, was auch nicht sinnvoll erscheint, da z.B. bei der Art Cicindela campestris weit über 100 Fundorte gemeldet sind und es somit unerheblich für die Aussagekraft einer Faunenliste ist, sollte hierunter die eine oder andere Fehlbestimmung sein. Alle Arten, von denen weniger als vier Fundorte vorliegen oder die nur von einem Sammler für Baden-Württemberg gemeldet sind, werden soweit möglich revidiert. Darüber hinaus ist die Nachprüfbarkeit jeder einzelnen Meldung Grundprinzip dieses Verzeichnisses. Insgesamt waren über 50 Kollegen/innen aus Baden-Württemberg an dieser Gemeinschaftsarbeit beteiligt. Deren Engagement wird im Verzeichnis der Käfer Baden-Württembergs ausführlich gewürdigt. Das 2002 erschienene Buch „Die Käfer Baden-Württembergs 1950–2000“ von Frank & Konzelmann, das 4796 Arten enthält, war ein großer Fortschritt gegenüber den alten, nur Teilgebiete betreffende Verzeichnisse, hatte aber das Manko, dass mit den meist handschriftlich gefüllten Formularblättern keine genauen Funddaten erhoben wurden. Nur von besonders selten gemeldete Arten sind im Anhang die exakten Fundorte aufgelistet.

Eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft südwestdeutscher Koleopterologen (ASK), mit einem speziellen Computerprogramm auf MS-DOS-Basis (Softcol) den Sammlern die elektronische Datenerfassung zu ermöglichen, verlief Jahre später im Sande. Ein neuer Anlauf mit einer mit Microsoft Access erstellten Datenenbankstruktur setzte sich dann durch. Nach und nach konnten die individuellen Funddaten zu einer baden-württembergischen Gesamtdatenbank, der ASK-DB, zusammengeführt werden, die heute die Grundlage u. a. für die Checkliste und die Verbreitungskarten der baden-württembergischen Arten im Verzeichnis der Käfern Deutschlands online bilden.

Besonders hervorzuheben ist der engagierte Einsatz von Eberhard Konzelmann, der nicht nur viel Programmierarbeit leistete, sondern auch einen großen Pool an Funddaten, u. a. aus den ökologischen Untersuchungen von Harald Buck und seinen Mitarbeitern zur Verfügung stellte. Zudem ist die enorme Fleißarbeit von Hans Kostenbader von Bedeutung, der alle verwertbaren Käferdaten aus der Literatur erfasste und als dazu ein „Verzeichnis der Käferliteratur Baden-Württembergs von 1602 bis 2010“ erstellte.

Als weiterer Pfeiler der heimischen Käferforschung müssen die alljährlichen Exkursionen der ASK genannt werden, mittlerweile über 60, die meist in von Sammlern wenig frequentierte Landesteile führen. Diese Daten tragen zu einer gewissen Entzerrung wohnortorientierter Verbreitungsbilder bei und bringen immer wieder überraschende Neufunde ans Licht. Die zahlreichen faunistischen Untersuchungen von Uli Bense, u. a. in heimischen Bannwälder, erweitern kontinuierlich das Wissen insbesondere über die xylobionte Käferfauna. Hinzu kommen Meldungen von „Einzelkämpfern“ und von Kollegen aus anderen Bundesländern, die hin und wieder in Baden-Württemberg aktiv sind. Besonders hervorzuheben ist hierbei Klaus Renner mit seinen sehr reichhaltigen Autokescherfängen.

Eine Fülle von Informationen bergen die umfangreichen Monographien über die Pracht- und Hirschkäfer von BRECHTEL & KOSTENBADER (2002), die Rüsselkäfer und die Blattkäfer von RHEINHEIMER & HASSLER (2010, 2018), sowie die Laufkäfer von TRAUTNER (2017). Die Verbreitung der Weichkäfer Südwestdeutschlands von BRETZENDORFER (2017), erschienen in den Mitteilungen des Entomologischen Vereins Stuttgart, steht für eine von zahlreichen Publikationen zur Insektenfauna Baden-Württembergs.

Zum Schluss soll nicht unerwähnt bleiben, dass bei weitem nicht alle greifbaren Käferbelege erfasst werden konnten, aber durch das nun im Internet etablierte „Verzeichnis der Käfer Deutschlands“ ist eine kontinuierliche Weiterführung und Aktualisierung wesentlich komfortabler geworden.

Deutsches Koleopterologentreffen

auf dem “Landgut Burg” in Weinstadt-Beutelsbach

jährlich jedes letzte Oktoberwochenende.

Näheres ist bei den Veranstaltungen zu finden.

Hotel „Landgut Burg“ Tagungsfoto 2003 Tagungsfoto 2007 Tagungsfoto 2017

Gruppenfoto auf dem “Landgut Burg”